13. März 2012 2 13 /03 /März /2012 17:56

Der „Rievkooche“, auf Hochdeutsch Reibekuchen, ist so kölsch wie Klüngel und Karneval.  Die rheinische Kultband Bläck Fööss hat ihm 1970 sogar ein Liebeslied gewidmet, den „Rievkoochewalzer“: „Mamm, Mamm, schnapp d’r de Pann, mir wolle Rievkooche han!“

 

     "Rievkooche" - musikalisch kölsch!

 

Ausgerechnet die Rheinländer, die bis zum 18. Jahrhundert die Kartoffel nicht mal kannten, sind diejenigen, die den „Rievkooche“ als ihre eigene Erfindung feiern, als "Kölner Götterspeise". Warum, weiß keiner. Möglicherweise könnte er dem exzessiven rheinischen Feiern gedient haben - vorab als kräftige Unterlage und für den Schnaps danach.

 

„Reibeplätzchen“, wie sie im Ruhrpott genannt werden, gibt es - in vielen Variationen und unter unterschiedlichen Namen - auf der ganzen Welt. Selbst Leonardo di Caprio soll ganz wild darauf sein, nun gut - seine Mutter kommt ja auch aus Oer-Erkenschwick. In der Schweiz heißen sie Rösti, in Berlin Kartoffelpuffer, im Vogtland Bambes, in den USA hash browns, in Bayern Reiberdatschi, im Erzgebirge Griene Fratzen usw…..

 

Die Beliebtheit des Reibekuchens in aller Welt ist schnell erklärt: Er ist ein billiges Arme-Leute-Essen, das interessanter schmeckt als eine einfache gekochte Kartoffel. Außerdem ist der Puffer Nahrung für die Seele, ist er doch verbunden mit Erinnerungen an die "Mamm", die Mutter, die Oma, die Nachbarin, oder wer auch immer sich aufopferungsvoll an den Herd gestellt hat.

 

Reibekuchen alleine backen und alleine essen, ist vollkommen sinnlos. Dazu gehören mindestens immer zwei: Jemand, der an der Pfanne steht, und jemand, der vorm Teller sitzt. Denn Reibekuchen gehören von der Pfanne direkt auf den Teller und werden so heiß gegessen, wie sie gebacken sind. Als Beigabe geht alles von einfach bis fein: Rüben- oder Apfelkraut, Apfelmus, Lachs, Tatar oder was den Menschen weltweit noch dazu einfällt.

 

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   "Mamm, Mamm, schnapp d´r de Pann"


Nur so, frisch gemacht, sind sie zu empfehlen. Doch das Heldentum des Selbermachens besitzen nicht mehr viele Menschen. Schälen und Reiben könnte deren Gesundheit gefährden, besonders die der Fingerhaut. Und gegen den Gestank in Haaren, Kleidern und Häusern sind selbst Literflaschen teuersten Duftwasser machtlos.

 

Deswegen isst man sie am besten außer Haus. Zum Beispiel bei uns in der H&H Wein- und Bierwirtschaft, und zwar immer mittwochs - solange wir nichts anderes verkünden. Und wenn Sie ihre Portion nicht schaffen, packen wir Ihnen den Rest ein: „Für kalt aufm Brot“. So mögen manche den Rievkooche am liebsten. Lassen Sie ihn sich schmecken, egal ob heiß oder kalt!

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Artikel von GSM, Jürgen Lange - in Diverses aus dem H&H
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